Gesunde Ernährung ist in aller Munde – bildlich gesprochen.
Und wie sieht es in der Realität aus?
Jeder träumt davon, dass sein Steak vom Grill oder das Schnitzel, welches nun fertig zum Verzehr auf dem Teller liegt, im übertragenen Sinn ein gutes Leben hatte. Man hat selbst jene Bilder im Kopf, welche seit Jahrzehnten immer wieder gleich – und natürlich marketingaktuell aufgehübscht in die Zeit passend in der Vorstellungswelt der Verbraucher, Konsumenten, Zielgruppe – wie auch immer wir es nennen wollen, verankert wurden und werden.

Ja, meine verehrten Leserinnen und Leser, wir sind damit gemeint. Alle lassen wir uns nur zu gerne blenden von der schönen Kampagnenwelt, welche uns mit unsäglicher Marketingpower jeden Tag von neuem den kritischen Geist und seine Gedanken wegbläst.
Doch wie sieht es tatsächlich aus? Sie wissen es doch! Erinnern Sie sich wieder?

Schweinerückensteaks

Autor

Tom Schlotter

GEPOSTET

31. Januar 2020

So traurig es ist, aber in uns allen hat die einhämmernde Werbetrommel der Lebensmittelindustrie sichtliche Spuren hinterlassen. Und das ist so gewollt.

Wir glauben nur allzu gern die Versprechen der aufgedruckten wohlklingenden Namen auf den Etiketten, da ist besipeilsweise von einem „Gut“ die Rede, darauf abgebildet der typische ländliche Hof, vor dem glücklich ein paar Tiere der „Hauptsorten“ wie Schweine, Rinder, Puten und Hühner in Freiheit und unter strahlend blauem Himmel frei vor dem Gehöft des ebenso glücklichen Bauern herumspringen und nur allzu gerne darauf warten, in einzelnen Teilstücken in der durchsichtigen Plastikschale voller Schutzgas mit der schön designten – und natürlich juristisch bestens geschützten  – Markenszenerie beim Discounter den Kunden beim nächsten Grillfest oder bei der täglichen Mahlzeit gesund und ernährungspysiologisch optimal zu sättigen.

Glauben Sie nicht? Doch, das tun auch Sie. Und zwar jedes mal, wenn Sie im Supermarkt oder beim Discounter ins Regal greifen und billige tierische Produkte aus dem (Kühl-) Regal nehmen. Die Realität blenden wir alle nur zu gern aus. Ich nehme mich da nicht aus.

Wenn wir die Zeitung aufschlagen, Nachrichten schauen und hören, uns im Web informieren kommen wir nicht umhin, die Wahrheit an uns ran lassen zu müssen:

  • immer wieder werden Haltungsbedingungen angeprangert, die aber auch gar nichts mit der schönen bunten Werbewelt zu tun haben, sondern barbarische Tierquälerei ans Tageslicht befördern.
  • kleine und mittlere Bauern bangen um ihre Existenz, weil sie für Ihre schwere Arbeit und ihre Produkte (gleich ob Tiere oder pflanzliche Erzeugnisse) keine kostendeckenden, geschweige denn gewinnbringende Preise erzielen. Immens viele Bauern geben inzwischen auf!
  • diesen meist familiengeführten landwirtschaftlichen Betrieben stehen große Agrarkonzerne gegenüber, die durch absolute Ausbeutung von Umwelt und Nutztieren gestützt durch reichhaltige Subventionen nur durch die Masse aberwitzige Gewinne einfahren, während der kleine Landwirt weder gesellschaftliche noch monetäre Anerkennung erfährt. Oder woher kommen Ihrer Meinung nach Millionen Hektar an Mais-Monokulturen?
  • Der Plastik-Verpackungsmüll unserer Lebensmittel verseucht die ganze Welt und ist eine Verschwendung an wertvollem Erdöl. Nach Afrika und Asien exportiert oder in Zementwerken verbrannt, kann unser Verpackungsplastik gar nicht recycelt werden, da es zum einen meist untrennbare Verbundstoffe sind oder einfach durch Klebeetiketten aus Papier für das Recycling schlicht und ergreifend zu verschmutzt sind.

Und warum das Ganze? Weil wir wahnsinnig bequem geworden sind – wir wollen uns keinen Kopf darüber machen, wann wir denn zum Einkaufen gehen. Wir wollen dann gehen, wenn es uns gerade passt. Optimalerweise gerne von 7.00 Uhr bis 22.00 oder 24.00 Uhr. Und da sollen auch bitte die Regale und Kühltheken jederzeit voll sein und das Brot möglichst frisch. Und alles supergünstig und in jeder noch so aberwitzigen Menge. Mal ehrlich, sind wir noch zu retten?

Genau durch dieses Verhalten fördern wir die Großindustrie und töten die Kleinen. Damit meine ich die Familienbetriebe, die nicht selten mit einer Tradition von Jahrhunderten zuverlässig die Bevölkerung mit ehrlichen Lebensmitteln versorgten. Ja, es sind die Bäcker, Metzger, Bauern, Schäfer und viele andere althergebrachte Berufe, die einfach nur durch unsere Bequemlichkeit nicht mehr existieren können.

Heute scheint der Wahlspruch „Ich, alles, sofort“ fester in der Gesellschaft verankert als je zuvor. Ich bin Metzger, Fleischermeister und ja, ich erzeuge aus Tieren Lebensmittel. Doch selbst ich muss sagen, dass der Fleischkonsum heute eher einem brutalen, zerstörerischem Kanibalismus gleicht als einem Bestandteil gesunder Ernährung. Weshalb jeden Tag Fleisch und Wurst? Das ist weder klug noch gesund. Oder direkt ausgedrückt: Dieses Verhalten ist dumm und macht uns krank.

Woher kommen denn unsere zivilisatorischen Probleme? Durch die Masse des übermäßigen Konsums.

Die Folgen unseres Massenkonsums können wir ganz leicht im Alltag überall sehen, wenn wir die Augen aufmachen. Wirkliche Nachhaltigkeit sieht anders aus.

  • Unser Grundwasser bzw. Trinkwasser ist durch die Massentierhaltung enorm belastet. Oder wo glauben Sie gehen die Hinterlassenschaften aus Ställen mit Millionen von Tieren hin? Zum einen in die Luft und zum anderen in den Boden und ins Wasser. Der kleine landwirtschaftliche Familienbetrieb ist da sicher nicht das Problem.
  • Wussten Sie, dass allein in Deutschland jährlich ca. 70 Millionen Schweine „erzeugt“ werden?
  • Wussten Sie, dass von diesen 70 Millionen Schweinen ca. 10%, also 7 Millionen Tiere diese unbarmherzige Tortur bis zur Schlachtreife nicht überleben und betriebswirtschaftlich eingeplanter „Verlust“ sind?
  • Diese Tiere haben nie in ihrem Leben frische Luft geatmet oder die Sonne gesehen, sie werden mit speziell ausgeklügelten Futtermischungen in 100 Tagen auf ca. 100 kg gemästet und dann geschlachtet, weil das betriebswirtschaftlich die effizienteste Kosten-Nutzen Rechnung ist.
  • Wussten Sie, dass das Fleisch dieser 100 Tage alten Schweine eher ungesund ist, weil erst in höherem Alter für die Ernährung wichtige Fettäuren wie Omega 3 im Fett der Schweine gebildtet werden (wenn Sie älter werden und artgerecht gehalten werden)
  • Wussten Sie, dass in den Fleischfabriken noch das kleinste verwertbare etwas von und aus den Knochen gepresst wird und dann als Zuschlagmasse für die Wurstproduktion verwendet wird? Also die Wurst, die beim Discounter 49,- Cent oder weniger pro 100g kostet.
  • Wussten Sie, dass billiges Massen-Fleisch durch den Zusatz von Würze und Wasser mehr Gewicht auf die Wage zu bringt und bis zu 10% gesetzlich zulässig sind?
  • Wussten Sie, dass in der Industrie Zusatzstoffe existieren und angewandt werden, mit den Sehnen und andere fragwürdige Bestandteile in leckere Wurstwaren verwandelt werden können?
  • Wussten Sie, dass bei einigen Wurstwaren den Hersteller die Verpackung mehr kostet als der Inhalt?

Das sind alles Fakten, weshalb Fleisch heute so billig in seinen Plastikverpackungen jederzeit verfügbar ist. Doch der Preis, den wir alle dafür bezahlen werden, ist um ein vielfaches höher, als der vermeintliche Vorteil des billigen Marketingproduktes Fleisch uns bringt. Schämen wir uns nicht, unsere Nutztiere unter dem unwürdigen Diktat der betriebswirtschaftlichen Optimierung zu Quälen und dabei noch unsere Lebensgrundlagen zu zerstören?

Wahrscheinlich schämen wir uns schon. Aber handeln wir auch? Ich habe es versucht, und mein Label Ulmer Land ins Leben gerufen.

Es muss nicht jeden Tag Fleisch und Wurst auf den Teller – 2-3 x in der Woche reichen. Dafür aber nur hochwertig aus nachhaltiger Tierhaltung von bäuerlichen Familienbetrieben mit artgerechter Haltung mit viel Platz und Bewegung. Und gesunder, auf den eigenen Feldern angebaute Nahrung für die Tiere. Diese Bauern werden kontrolliert und bekommen dann natürlich mehr Geld für Ihre Tiere, damit dies auch möglich wird.

Und dieses Fleisch gibts dann natürlich beim Metzger vor Ort – das Ganze natürlich heimatnah, fair und artgerecht, wie bei Ulmer Land. Damit ist schon sehr viel gewonnen. Und mehr Geld kostet es den Kunden dann insgesamt auch nicht.

Was Ulmer Land ist und was es für Sie bedeutet, lesen Sie hier.

Ihr Tom Schlotter.

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